Purna: Blühen ohne Anstrengung – Der Weg in die Fülle

Der April zeigt uns bei Veronensia Yoga in Boll, was es bedeutet, aus dem Vollen zu schöpfen. Während wir im März aktiv Hindernisse aus dem Weg geräumt haben, dürfen wir jetzt einer ganz besonderen Kraft vertrauen: der Kraft der mühelosen Entfaltung. Überall um uns herum zeigt die Natur ihre unerschöpfliche Fülle – und das ganz ohne Anstrengung.

Das Paradoxon der Fülle: Purnamadah, Purnamidam

In diesem Monat begleitet uns das Mantra Purnamadah, Purnamidam. Es ist ein Schlüssel, um das Gefühl von Mangel hinter uns zu lassen. Meine Übersetzung dazu lautet:

Das bedeutet eigentlich: Wir sind bereits in der Fülle. Wir müssen uns nicht erschöpfen, nicht ziehen und nicht zerren, um „mehr“ zu werden. Ein Apfelbaum im April blüht auch einfach so – ohne dass es ihm jemand befehlen muss und ohne dass er sich dafür abmühen muss. Er ist einfach in seiner Mitte, in seiner Kraft, und die Blüten folgen ganz natürlich daraus.

Die liegende Acht: Zurück in die eigene Mitte

In der Praxis nutzen wir diesen Monat die liegende Acht als unser zentrales Bild. Sie steht nicht nur für die Unendlichkeit (Purna), sondern führt uns auch körperlich immer wieder durch den Punkt in der Mitte.

Oft fühlen wir uns zwischen den Polen des Alltags wie zerrissen: zwischen Geben und Nehmen, zwischen Aktivität und Erschöpfung. Die liegende Acht hilft uns, uns aus diesen Extremen zurückzuziehen. In fliessenden Bewegungen – sei es in der Hüfte oder im Schultergürtel – finden wir zurück in die Balance. In dieser Mitte zu sein, bedeutet für mich, in der Fülle zu sein. Hier hört das „Ziehen und Zerren“ auf, und wir finden eine Stabilität, die nicht starr ist, sondern lebendig und versorgt.

Unsere Schwerpunkte im April:

  • Müheloses Erblühen: Wir üben Asanas mit der Qualität des Apfelbaums. Kraftvoll verwurzelt. Wir lassen die Form entstehen, statt sie zu erzwingen.
  • Die Geometrie der Fülle: Die liegende Acht führt uns durch kreisende Bewegungsabläufe. Wir spüren, wie die Energie im Körper zirkuliert, ohne an einer Stelle zu versiegen.
  • Rückzug in die Balance: Wir nutzen die Praxis, um uns aus den polarisierenden Spannungen des Alltags in unsere goldene Mitte zurückzuziehen. Dort, wo wir vollkommen sind, egal was im Aussen passiert.

Yoga in Boll: Deine Zeit zum Sein

Wenn im April die Natur erblüht, erinnert uns das daran, dass Wachstum ein Geschenk ist, kein Befehl. Wir müssen uns nicht verausgaben, um wertvoll zu sein.

Komm auf die Matte, lass das „Erschöpfen-Wollen“ draussen und finde in die Ruhe deiner Mitte. Spüre, dass du – genau wie der blühende Baum vor dem Fenster – bereits alles hast. Denn wenn man von der Fülle etwas wegnimmt, bleibt doch die Fülle zurück.

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